Schreib- und Autorenforum

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 Schreibkurs "Grundlagen"

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Reakel
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BeitragThema: Schreibkurs "Grundlagen"   Sa 16 Nov - 23:34

Ein herzliches Willkommen zu unserem kleinen -und kostenlosen- Schreibseminar!

Im folgenden wird sich nur auf die Prosa (Romane, Kurzgeschichten, ...) beschränkt, um genau zu sein auf die Unterhaltungsliteratur. Falls Sie mehr über die Lyrik erfahren wollen, klicken Sie bitte hier.

Ziel: Wir wollen die wichtigsten und grundlegendsten Ratschläge zum Schreiben an einem Ort sammeln - kostenlos und für jeden zugänglich.

Für wen ist es geeignet?
Hauptsächlich für diejenigen, die nur ein rudimentäres Wissen über die Kunst des Schreibens besitzen und lernen wollen, wie man eine Geschichte verfasst, die auch noch jemand -außer Familie und Freunde- lesen will. Natürlich auch für alle anderen, aber an dieser Stelle wollen wir nur die absoluten Grundlagen vermitteln.

Außerdem werden wir uns an dem zeitnahen Mainstream orientieren; das heißt, der Schreibkurs ist an dem gängigen Büchermarkt angelehnt. So werden einige Ratschläge dabei sein, die von Klassikern regelrecht missachtet wurden - das liegt daran, dass sich das Leseverhalten seitdem grundlegend verändert hat und heutzutage ein wesentlich größerer Konkurrenzkampf herrscht. Trotzdem findet man auf dem Buchmarkt immer wieder unzählige Bücher, die -entschuldigen Sie die Ausdrucksweise- einen regelrechten Lesekrampf darstellen.
Wie erfolgreich ein Buch letztendlich ist, hängt vom Gesamtkonzept und vor allem von der Vermarktung ab. Ein guter Schreibstil ist lediglich die Grundlage, genau so, wie das Verständnis von Spannung und Stromstärke für einen Elektriker absolut notwendig ist - aber wenn jemand dieses Verständnis hat, ist er noch lange kein guter oder kommerziell erfolgreicher Elektriker.

Wie wird es ablaufen?
Es wird alle paar Tage ein neues und frisch verfasstes Kapitel erscheinen. Zuerst werden grundsätzliche Dinge geklärt, danach folgen konkrete Ratschläge zum Schreibstil.
Sie haben Fragen oder Verbesserungsvorschläge? Alle Diskussionen über unsere Schreibbibliothek finden hier statt. Um an diesen Unterhaltungen teilnehmen zu können, bitte ich Sie, sich bei unserer Anmeldung zu registrieren.


Falls Sie noch irgendwelche weiteren Fragen haben, die Sie in den entsprechenden Räumen nicht stellen können oder wollen, steht Ihnen unser Administrationsteam gerne unter Schreibforum@gmail.com zur Seite.


Bevor es los geht, möchte ich noch einmal betonen, dass die kommenden Ratschläge vor allem eins sind: Ratschläge.


Zuletzt von Reakel am Sa 30 Nov - 8:13 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet (Grund : Verweis auf die Lyrik)
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Reakel
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BeitragThema: Grundsätzliches   Di 19 Nov - 23:31

Grundsätzliches



Die, die gleich im ersten Kapitel auf eine Reihe genialer Praxistipps gehofft haben, muss ich leider auf später vertrösten, denn jetzt folgt eine kurze, aber wichtige Theoriestunde Wink.


Um es ein wenig abzukürzen, verweise ich für interessierte Leser auf die Frage "Wer kann alles Geschichten schreiben? Was bracht man dazu?"

Ein weiteres Thema, mit dem sich jeder einmal befasst haben sollte, wenn er etwas auf dem Buchmarkt veröffentlichen will: Dkzv.
Wer nicht weiß, um was es sich dabei handelt, sollte hierauf einen Blick werfen.



Gut, Sie wollen etwas schreiben. Die Ideen sind da, der Entschluss gefallen. Ein Roman soll es werden, spannend, mitreißend und genial. Einfach ein regelrechter Überflieger. Sie wollten sowieso schon immer Ihre eigene Geschichte, in der Sie dann alles besser machen, als die vielen anderen läppischen Texte, die Sie tagtäglich lesen müssen. Ihre wird einfach ... perfekt. Ja, das ist das richtige Wort. Sie werden einen perfekten Roman schreiben, in der Sie allen zeigen werden, wo der Hammer hängt!
*Hust*
Was war das?
Ein leises Räuspern, direkt hinter Ihnen.
Sie drehen sich um, niemand ist da. Sie hören nur Ihren Computer, dessen Lüftung gleichmäßig rauscht.
"Ähhm ... tschuldigung, aber ..."
Sie schreien kurz auf.
"... wann wachst du aus deinem Wunschtraum auf? Mit was schreibst du überhaupt?"

Genau, mit was schreiben Sie überhaupt? Wie wollen Sie Ihre geniale Geschichte überhaupt aufzeichnen? Sie denken sich "Ist doch klar, natürlich mit einem Computer"? So natürlich ist das nicht, man kann auch sein Gekritzel per Hand schreiben, mit der Schreibmaschine, oder nur in Gedanken ... aber wie ist es jetzt am besten? Das müssen Sie selber wissen, denn schließlich sind Sie es, die ihre Ideen zu Papier bringen - oder heißt es mittlerweile schon "zur Festplatte bringen"?
Ich kann Ihnen nur ein paar Vor- und Nachteile nennen, entscheiden sollten letztlich Sie.


Mit Computer:

                   + Mithilfe des 10 Fingersystems ist es möglich, in einem akzeptablen Tempo zu schreiben.
                   + Man kann einzelne Textblöcke problemlos vom Anfang bis zum Ende verschieben.
                   + Korrekturen lassen sich schnell und einfach vornehmen, ohne dass es unübersichtlich wird oder das Löschband bzw. Tippex ausgeht.
                   + In den meisten Textverarbeitungsprogrammen sind Rechtschreibkontrollen eingebaut.
                   + Das Äußere oder die Schriftart/-größe lässt sich nachträglich ändern.
                   + Meist werden die literarischen Ergüsse zuverlässig gespeichert (Zur Sicherheit ist es zu empfehlen, die eigene Textbibliothek zusätzlich auf einem externen
                                                                                         USB-Stick zu speichern und Kopien der wichtigsten Dokumente in der eigenen E-Mailadresse aufzubewahren)
                   - Manchmal streiken die Augen. (Tipp)
                   - Autoren der älteren Generation haben eventuell Probleme mit der Bedienung. 
                   - Man wird leichter abgelenkt.


Per Hand:

                   + Man kann schneller Notizen, strukturierte Bilder (z.B. Zeitstrahl) oder Charakterisierungen (auch mal direkt unter den Leuten, z.B. im Café) anfertigen.
                   + Flexibler - Zettel und Stift lassen sich fast überall hin mitnehmen.
                   +/- Das Geschriebene trägt eine persönliche Note - ob das ein vor oder Nachteil ist, hängt vom eigenen Schriftbild ab ...
                   - Heutzutage verlangen Verlage eher sehr selten ein Handgeschriebenes Manuskript - meist werden solche Manuskripte postwendend zurückgeschickt (nur wenn
                                                                                                                                                       genügend Rückporto beiliegt, sonst wandert es in den Papierkorb)
                   - Eigentlich alles, was beim Computer als Pluspunkt steht.


Mit einer Schreibmaschine:

                   + Es ist leichter, sich voll und ganz auf das Schreiben zu konzentrieren, da man von nichts auf irgendeinem Bildschirm abgelengt wird. 
                   + Manche Autoren sind -wahrscheinlich aus alter Gewohnheit- mit einer Schreibmaschine kreativer.
                   + Gegenüber dem Handgeschriebenen erhält man ein einheitliches Schriftbild.
                   + Man besitzt sofort einen "Ausdruck", ohne drucken zu müssen.
                   + Es gibt sicher noch mehr Vorteile, aber da müsste man einen regelmäßigen Nutzer fragen Wink 
                   - Korrekturen sind sehr umständlich und das Layout lässt sich im Nachhinein nur durch erneutes Abtippen ändern.
                   - Manche Verlage verlangen ein Manuskript in elektronischer Form.
                   - Wieder fast alles, was der Computer als Vorteile bietet.


In Gedanken:

                   + Es geht wesentlich schneller.
                   + Es bleibt immer eine perfekte Geschichte.
                   + Sie bekommen keine negativen Rückmeldungen.
                   + Sie müssen sich nicht mit der Frage beschäftigen, wie man sich einen verständlichen Schreibstil aneignet.
        Smile 
 

Aus diesen Möglichkeiten muss sich jeder seinen persönlichen Favorit heraussuchen, denn daran soll es letztlich nicht scheitern. Es ist aber anzumerken, dass man jeweils für unterschiedliche Zwecke etwas anderes nutzen kann/sollte, z.B. notiere ich mir meine Ideen meist per Hand, und auch das Plotten fällt mir mit einem Bleistift oder Füller einfach leichter, obwohl ich das Manuskript an sich am Computer schreibe.

So, Sie wissen jetzt also, wie Sie Ihre genialen Ideen aufschreiben ... aber, wenn man den Computer nutzt ... welches Format brauchen Sie? Was wollen Verlagen sehen?
Eigentlich sollte man sich anfangs darüber keine Gedanken machen, da man das Format etc. später, wenn man endlich glaubt fertig zu sein, mit ein paar Mausklicken ändern kann.
Trotzdem will ich Ihnen nicht vorenthalten, dass viele Verlage eine nach ihren Vorstellungen formatierte Manuskriptseite zum kostenlosen Download anbieten - das heißt, bevor man etwas an einen Verlag schickt, gilt es, dessen Homepage zu filzen oder anzurufen. Falls sich aber nichts finden lässt, gibt es die gute alte Normseite, die eigentlich immer gerne gesehen wird.
Die Schriftart können Sie meist selber wählen. Suchen Sie sich die raus, die Ihnen am meisten zusagt - sie sollte aber problemlos und angenehm zu lesen sein.

Jetzt brauchen Sie nur noch ein stilles Plätzchen, an dem Ihre kreativen Ideen wie von alleine fließen ...

Glückwunsch, sie haben die Theoriestunde (hoffentlich Very Happy ) überstanden!
Nächstes mal wenden wir uns dem zu, das euch wahrscheinlich am meisten interessiert: dem Sprachlichen.
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Reakel
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BeitragThema: Das Wort   Do 5 Dez - 6:24

Das Wort


Bevor man tiefer in die Materie einsteigt, sollte man sich mit den Grundbausteinen des Schreibhandwerkes beschäftigen: Den Wörtern. Ohne sie funktioniert in der Schriftstellerei gar nichts.
Vielleicht denken Sie: "Mensch, ich kenne doch die Wortarten! Die hatten wir doch in der Schule bis zum Abwinken ..."
Stimmt. Aber das, das man im Deutschunterricht lernt, hat nur ganz wenig Gemeinsamkeiten mit dem Schreiben von Unterhaltungsliteratur: nämlich nur auf dem Gebiet der Rechtschreibung und Zeichensetzung. Der Rest, der einem in der Schule eingebläut wurde, also vor allem das "Beamtendeutsch" und die Verwendung von Wortarten, sollte man schleunigst wieder vergessen, wenn man etwas schreiben will, das Leser unterhaltet. Mit Sätzen wie "Anhand des vorangegangenen Beispieles wird die Lastenobergrenze zu bestimmten Windstärken sowie die temporäre Abhängigkeit der Windkraftanlagen von den unregelmäßigen Luftströmungen und des daraus resultierenden, ortsgebunden Rentabilitätsfaktors als entscheidender Nachteil von Windenergieanlagen aufgezeigt und die zuvor angeführte fachliche Erklärung untermauert" bekommt man vielleicht ein gutes Abitur oder eine fundierte Wissenschaftsarbeit, aber ziemlich sicher keinen Verlags- oder Agenturvertrag im Bereich der Unterhaltungsliteratur - oder wollen Sie solche Formulierungen außerhalb Ihrer Arbeit oder bürokratischem Briefwechsel lesen? 
Nun gut. Das Wort. 
Grundsätzlich sollte ein Schriftsteller in der Wortwahl so spezifisch wie möglich sein. Wenn man schreibt, dass auf der Lichtung "Bäume" stehen, dann ist das zum Beispiel nicht spezifisch. Es ist eine Verschwendung der Möglichkeiten, denn das Wort "Eiche" oder "Buche" ist weder länger noch schwerer verständlich. Aber der Unterschied ist, dass beim Lesen des Wortes "Baum" meist kein Bild vor den geistigen Augen des Lesers erscheint; bei "Eiche" oder "Buche" schon eher. Nächster Schritt: Was für eine Eiche ist es? Um diesen Wortschatz zu bekommen
Nicht nur für Nomen, sonder für alle Wörter gilt: So spezifisch wie möglich, solange keine "Monsterwörter" wie "Donaudampfschifffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunterbeamtengesellschaft" entstehen.

Umgangssprache ist -außer in wörtlichen Reden- zu vermeiden. Außerdem sollten die verwendeten Wörter zum Thema, Genre, Zeit, Ort und Person passen. So z.B. ist der Wortschatz eines Fantasyromanes, der im Mittelalter spielt, komplett anders als der einer aufgeputschten Liebeskomödie im 21. Jahrhundert. Auch sollte man sich seiner Zielgruppe bewusst werden; ein Kinder- oder Jugendroman benötigt einen ganz anderen Wortschatz als ein Psychothriller oder ein historischer Roman. 




Wegen der geringen Nachfrage, oder besser gesagt, weil ich nicht mehr die nötige Zeit finde, höre ich hier auf und werde stattdessen immer mal wieder ein neues Thema in dieses Unterfoum posten, sodass man sich dann auch besser zurechtfindet und man zu dem jeweiligen Thema auch direkt Fragen stellen kann Zwinker
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