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 Dkzv - wenn Sie nicht wissen, was sich unter diesem Kürzel verbirgt, lesen sie unbedingt weiter!

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BeitragThema: Dkzv - wenn Sie nicht wissen, was sich unter diesem Kürzel verbirgt, lesen sie unbedingt weiter!   Fr 29 Nov - 5:54


Wer nicht weiß, was ein Druckkostenzuschussverlag ist und plant, etwas auf dem wilden Buchmarkt zu veröffentlichen, sollte sich unbedingt den folgenden Abschnitt durchlesen.




Ein Verlag ist ein Unternehmen, welches versucht, mit Texten Umsatz zu erzielen. Ein seriöser Verlag erzielt mit dem Verkauf seiner Bücher Einnahmen, die davon abhängen, welche Qualität seine Romane/Anthologien/etc haben, wie gut diese lektoriert und korrigiert wurden, wie ansprechend die Klappentext- und Covergestaltung ist, welche Vertriebsart er wählt und vor allem: Wie gut seine Werke an den Leser gebracht werden, also der riesige Bereich "Marketing".
Das heißt natürlich, dass ein Verlag nur Texte annimmt, die bestimmten Qualitätsmerkmalen entsprechen und in seine Marketingstrategie passen. Da für den Verlag jedes neue Buch ein Risiko darstellt, muss er seine Werke sorgsam wählen - gerade für kleinere Verlage bedeuten mehrere Misserfolge den finanziellen Ruin, denn für jeden Roman muss er sozusagen "Geld vorschießen" (nicht gerade wenig), weshalb der Verlag alles in seiner Möglichkeit stehende tun wird, um es durch den Verkauf wieder hereinzubekommen und wenn möglich Gewinne zu erzielen. 


Aber das Verlagsgeschäft ist rau, jedes Jahr werden unzählige neue Verlage gegründet, und fast genauso viele verschwinden wieder spurlos von der Bildfläche, der Markt wird hauptsächlich nur von Verlagsriesen dominiert. Am Buchmarkt Fuß zu fassen, ist nicht nur für Autoren schwer, sondern auch für Verlage. 


Deshalb werden meist nur Manuskripte gedruckt, die zumindest einen Hauch von Erfolg versprechen - wie am Fließband verlassen die Absagen den Verlagsschreibtisch, in Richtung Autor.


Wie fast in allen Sparten unserer Marktwirtschaft, gibt es auch im Verlagsgeschäft Menschen, die vor allem eins wollen: Schnelles, einfaches Geld.
 Da die Lesergeschmäcker bereits von den Verlagsriesen und den erfahrenen Kleinverlagen im Nischengeschäft abgedeckt sind, ist es schwer, mit deren Hilfe an Bares zu gelangen. Das ist aber auch gar nicht nötig, es gibt doch mehr als genug Autoren, die den Verlagsriesen die Bude einrennen, oder? Es ist doch viel einfacher und erfolgsversprechender, die in Hülle und Fülle vorhandene Unwissenheit von Autoren auszunutzen, anstatt aufwendig, risikoreich und geldraubend zu versuchen, Bücher zu vermarkten. Es ist sogar sehr viel leichter.


Jetzt sind wir bei den Verhaltensmustern eines Druckkostenzuschussverlages angelangt, denn genau solche Verlage nutzen diese Marktniesche aus: die unerfahrenen Autoren. Sie drehen das Prinzip eines seriösen Verlages einfach um: Statt den Leser, bitten sie hauptsächlich die Autoren zur Kasse. So wird unwissenden Schreibern weisgemacht, dass ein unbekannter Schriftsteller bezahlen muss, wenn er seinen Roman veröffentlichen will. Das heißt, dass der Verlag sein komplettes Risiko einer Veröffentlichung auf den Autor abwälzt. 
An sich sieht die Idee nicht unbedingt zwangsläufig schlecht aus, es ist ja bloß eine einfach Dienstleistung: Der Verlag sorgt für Korrektorat, Lektorat, Gestaltung, Druck und Vermarktung und gibt durch den Vorschuss unbekannten Schreibern mit genügend Geld eine Chance, ihr Buch zu drucken. Aber wie so vieles, hat auch dies mehr als nur einen Haken ... 




Preis: Ein Vielfaches von dem, was eigentlich nötig wäre (Oft bis zu mehren Zehntausend Euro!)
Korrektorat: Wird sogar meist erledigt, an Geld für einen Korrektor mangelt es dank den Zahlungen vom Autor nicht.
Lektorat: Hängt vom Druckkostenzuschussverlag ab, manchmal gut, manchmal wird ein Lektorat aber auch einfach nur als Korrektorat verstanden, obwohl dazwischen Welten liegen!
Gestaltung: Auch unterschiedlich, von gut bis grottenschlecht kann alles drin sein - das hängt aber nicht von der Höhe der Zahlungen ab!
Druck: Meist vertretbar. 


Aber jetzt kommt es ... wer kauft das Buch? Die Leser, die von der Werbung und Vermarktung des Druckkostenzuschussverlages angelockt werden?
Sicher nicht. 
Vermarktung: Das Buch bekommt eine ISBN und wird im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels, dem wichtigsten Fachorgan der Buchbranche, beworben.
Ok, im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels wird es beworben? Dann kann ja nichts mehr schief gehen!
Das "Bewerben" im seitenlangen Börsenblatt geschieht nämlich meist mittels einer winzigen Anzeige, die dem Verlag nur ein paar Pfennige kostet und die unter tausend anderen untergeht. Also eins ist sicher: Leser und Käufer für Ihr Buch bekommen sie so nicht. Diese Aktion könnte sich der Dkzv eigentlich sparen, würde sie dem Autor nicht eine "Vermarktung" vorgaukeln.


Sie fragen sich jetzt, wie dann der Verlag die Bücher los wird?
Gar nicht! Oder um genau zu sein: über den Bekannten- und Familienkreis des Autors.
Er muss ja die Bücher auch nicht verkaufen, der Druck hat sich allein durch die Zahlungen des Autors mehr als nur rentiert!




Als wäre das noch nicht genug:
Wenn man ein Manuskript an diese Verlage schickt, ziemlich egal wie schlecht, wird dieses fast immer lobend angenommen - natürlich mit einem entsprechenden Kostenvoranschlag. 


Ein sehr interessantes Experiment wurde von einem Autorentrio durchgeführt, das Ergebnis ist im Spiegel zu lesen: 
1. Teil: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/bezahl-verlage-die-schoensten-seiten-des-schwachsinns-a-645279.html
2. Teil: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/bezahl-verlage-die-schoensten-seiten-des-schwachsinns-a-645279-2.html




Aber, was wird dagegen unternommen?
Zum Beispiel wurde das Aktionsbündnis "Fairlag" gegründet, welches sich zum Ziel gesetzt hat, unwissende Autoren über Druckkostenzuschussverlage aufzuklären und Verlagen die Möglichkeit zu geben, sich von solchen unseriösen Praktiken zu distanzieren, indem sie eben diesem Fairlag-bündnis beitreten.


Das Schreib- und Autorenforum stimmt mit der Meinung gegenüber Dkvzs von diesem Fairlag Bündnisses komplett überein, das  heißt, wir unterstützen dieses Bündnis voll und ganz.


Homepage vom Fairlag: http://www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com/web/




Eine Bemerkung am Rande: Für Autoren, die ihr Buch selbst verlegen wollen, gibt es gegenüber den Druckkostenzuschussverlagen kostengünstige und seriöse Alternativen, wie zum Beispiel BoD oder Amazon Create Space.
Man muss keine Zehntausend hinblättern, mit ca. 30 Euro geht es auch. Man muss zwar sich zwar selber um die Verlagsarbeiten wie Lektorat, Covergestaltung und Vermarktung kümmern - aber das muss man bei einem Dkzv meist auch ...




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